Bereits 4000 v. Chr. bewohnten die Sumerer den Irak. Seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. gründeten die semitischen Akkader die Reiche Assyrien und Babylonien. Im Jahr 539 v. Chr. eroberte der Perser Kyros II. Babylonien. Die Sassaniden machten Ktesiphon (227-642 n. Chr.) zu ihrer Hauptstadt. Danach wurde das Land in der Schlacht von Kadesia im Jahr 636 n. Chr. von den islamischen Arabern erobert. Die Kalifen der Abbasiden machten es 750 n. Chr. zu ihrer Zentralprovinz sowie Bagdad im Jahr 762 zur Hauptstadt des Islamischen Reichs. Die Mongolen unter Ilchane eroberten 1258 n. Chr. das Land und vernachlässigten das Bewässerungssystem, welches zum Teil zur Versteppung führte. Die Tamerian verwüsteten um 1401 Bagdad. Im Jahr 1534 eroberten die Türken Bagdad und gliederten den Irak 1638 dem Osmanischen Reich an.
Gleich zu Beginn des “Ersten Weltkriegs“, am 6. November 1914 besetzten die Truppen Großbritanniens gegen den Widerstand Deutschlands und der Türkei das Land. Großbritannien löste im Jahr 1920 die Vilayets Bagdad, Basra und Mossul aus dem ehemaligen Osmanischen Reich und verschmolz diese Gebiete zum heutigen Irak. Irak wurde im Jahr 1921 britisches Mandatsgebiet. Die ersten freien Wahlen fanden 1925 statt. Nominell wurde das Land am 30.6.1930 selbstständig, aber es stand weiterhin unter britischer Oberhoheit. Die konstitutionelle Monarchie wurde bis 1933 von König Faisal I. geführt, dann folgte sein Sohn Ghasi I. bis 1939, danach kam der minderjährige Faisal II bis zum Jahr 1953 auf den Thron. Die Vormundschaft hatte sein Onkel Abd Al Ilah. Aufgeteilt wurden die Rechte am Erdöl des Landes unter Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden sowie den USA. Jedes Land erhielt 23,75 Prozent und 5 Prozent erhielt ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung wurde ein sehr geringer Prozentsatz der Gewinne als Abgabe gezahlt.
Im Jahr 1952 wurde die englandfreundliche Regierung des Nuri As Saids gestürzt. Allerdings kam Nuri As Said 1954 wieder an die Macht und löste die Parteien auf. Erst 1955 erhielt der Irak seine voll Souveränität, allerdings durfte Großbritannien aufgrund eines Beistandspakts weiterhin Militärstützpunkte im Iran unterhalten.
Am 14. Juli 1958 stürzte General Abd Al Karim Qasim mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie, um die britische Kontrolle abzuschütteln. Bei der Revolution 1958 starben der König, der Kronprinz sowie der Ministerpräsident Nuri As Said. Der General Abd Al Karim Qasim rief die Republik aus, bildete eine Regierung und schloss 1958 mit der der Arabischen Republik einen Beistandspakt. Er trat aus dem Bagdad-Pakt oder CENTO aus und erhielt Wirtschafts- und Militärhilfe aus den UDSSR. Seit 1960 wurden politische Parteien in beschränktem Maße zugelassen. Am 24. März 1959 räumten die letzten britischen Soldaten den Irak. Die Kurden versuchten 1961 durch einen Aufstand ihre Autonomie durchzusetzen, dieser Aufstand eskalierte mit der irakischen Armee zu einem Kleinkrieg.
Durch einen Offiziersputsch wurde Abd As Salam Arif 1963 zum Staatspräsidenten. Sein Bruder Abd Ar Rahman Ared folgte von 1966 bis 1968 und seine Regierung bemühte sich um eine enge Zusammenarbeit mit Ägypten und Syrien, allerdings brach er 1967 die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab. Von 1968 bis 1979 war der israelfeindliche Ahmed Hasan Al Bakr Staatspräsident. Die britische IPC “Iraq Petroleum Company” wurde im Juni 1972 verstaatlicht, damit der Irak über die Einnahmen bestimmen konnte. Die Einnahmen aus den Öleinnahmen verzehnfachten sich von 1973 bis 1978. Jetzt konnte der Staat öffentliche und industrielle Projekte finanzieren und es wurde eine Kampagne gegen das Analphabetentum gestartet.
Die Kurden unternahmen immer wieder Aufstände und forderten Autonomie innerhalb des Iraks, die Aufstände wurden 1975 niedergeworfen. Die strittige Grenzregelung am Schatt-Al-Arab zwischen dem Irak und dem Iran wurde im Jahr 1979 vertraglich geregelt. Allerdings verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den Ländern nach der iranischen Revolution wieder.
Präsident Saddam Hussein At Takriti, seit 1979 Nachfolger von Al Bakr, erklärte diesen Vertrag 1980 für ungültig und griff den Iran militärisch an. Es war der “Erste Golfkrieg“, der erst im Jahr 1988 durch einen Waffenstillstand beendet wurde. Das Kräfteverhältnis wendete sich erst 1984 durch die Hilfen der UDSSR und der USA (offiziell waren die beiden Länder neutral) zu Gunsten des Iraks. In der so genannten Anfal-Operation startete Saddam Hussein 1988 einen Feldzug gegen die Kurden, weil diese während des Golfkrieges den Iran unterstützten. Saddam Hussein konnte danach seine Position konsolidieren, er wurde 1990 zum Präsidenten auf Lebenszeit gewählt.
Danach verlangte Saddam Hussein von seinen Nachbarstaaten die Streichung der Schulden des Iraks sowie eine Änderung OPEC-Ölförderungsquoten. Allerdings weigerten sich die Länder und somit marschierte die irakische Armee am 2. August 1990 in Kuwait ein, besetzte das Land und erklärte es zur 19. Provinz des Iraks. Die UNO verhängte Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Nachdem die USA und andere Länder Truppen entsandten, begann am 17. Januar 1991 der “Zweite Golfkrieg“ unter der Führung der USA. Dieser Golfkrieg endete bereits am 28. 2.1991 mit einer irakischen Niederlage. Die Regierungstruppen des Iraks schlugen danach die Aufstände der Schiiten, der Kurden im Norden sowie rebellierender Soldaten in Basra nieder. In der Waffenstillstandsresolution vom 3. April 1991 musste sich der Irak verpflichten, die von der UNO beschlossenen Sanktionen zu erfüllen und dazu zählten der Rückzug aus Kuwait, Verzicht auf ABC-Waffen, die Zahlung von Reparationen sowie ein Flugverbot für irakische Flugzeuge. Diese Sanktionen führten zur Isolierung sowie zur Verarmung der Bevölkerung und verstärkten die wirtschaftlichen Probleme des Landes dramatisch. Trotz allem konnte Saddam Hussein seine Machtstellung behaupten und im November 1994 erkannte der Irak die festgelegten Grenzen der UNO an.
Die “UN-Kommission für die Abrüstung des Irak (UNSCOM)“ kontrollierte die Beseitigung der Massenvernichtungswaffen. Durch das UNO-Programm “Öl für Lebensmittel“ durfte die irakische Regierung seit Dezember 1996 Öl in begrenztem Umfang exportieren, um dafür humanitäre Güter einzukaufen. Der Irak behinderte die UN-Inspektionen der irakischen Militäranlagen immer wieder. Im Dezember 1998 verließen die Inspekteure deswegen den Irak. Mit der “Operation Wüstenfuchs“ begannen die USA und Großbritannien zur gleichen Zeit mit Luftangriffen auf den Irak. Frankreich, Russland und China protestierten und Präsident Clinton beendete die Angriffe am 20. Dezember 1998. Irak wurde zum Sieger von Saddam Hussein erklärt. Unter Hans Blix nahm die Inspektionskommission UNSCOM im Dezember 1999 ihre Arbeit wieder auf und am 8. Dezember 2002 übergab der Irak eine umfassende Dokumentation, zwölftausend Seiten, an die UN. Seit den beiden Golfkriegen und dem Embargo hat sich Leben der Bewohner dramatisch verändert. Es mangelte an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung, obwohl das Land über die zweigrößten Ölvorkommen der Welt verfügt. Die Kindersterblichkeit hatte sich versechsfacht.
Die USA unter Präsident W. Bush griff den Irak am 20. März 2003 an und bereits im Mai 2003 waren die großen Kampfhandlungen beendet. Der Irak wurde in Besatzungszonen, der große Nordteil unterstand den USA, ein schmaler Mittelstreifen den Polen und der Südteil unterstand Großbritannien, aufgeteilt. Die Koalitions-Übergangsverwaltung übergab die Regierung am 28. Juni 2004 an die Iraker und die Regierung befindet sich seitdem in einem politischen Übergangszustand. Der Dritte Golfkrieg hat die Machtstrukturen innerhalb Iraks vollkommen verändert.
Die Al-Qaida rief am 15. Oktober 2006 den Irak als einen islamischen Staat mit sechs Provinzen aus. Es wird vermutet, dass die Al-Qaida einen Bürgerkrieg zwischen den Sunniten und Schiiten provozieren will, damit könnte eine staatliche Ordnung im Irak verhindert werden. Seitdem finden gezielte Angriffe von Todesschwadronen auf gegnerische Religionsgruppen statt. Die Situation befindet sich kurz vor einem Bürgerkrieg. Diese Terrorangriffe, die auch von nichtirakischen sunnitischen Islamisten sowie von schiitischen Extremisten angeführt werden, fordern immer noch viele Menschenleben. Es gibt täglich etwa 70 bis 80 Anschläge. Seit dem 30. Juni 2009 verlassen die Kampftruppen der USA den Irak und übergeben das Land an die irakische Armee. Die letzten amerikanischen Soldaten sollen 2012 abziehen.
Aktuelle Kommentare