Wer ein Fernstudium machen möchte, sollte zu Beginn entscheiden, ob er die Inhalte zu privaten oder zu beruflichen Zwecken benötigt. Diese Grundsatzentscheidung hat Einfluss auf die Auswahlkriterien. Möchte man die Inhalte des Fernstudiums beruflich nutzen, sollte die Schule anerkannt sein und das gewünschte Fernstudium auch zu einem anerkannten Abschluss führen. Will man aus privaten Gründen sein Wissen erweitern, ist dies kein wichtiges Kriterium.

Für die Wahl eines Fernstudiums, das berufliche Perspektiven eröffnen soll, sollte geprüft werden, welche Lernangebote es gibt und wie sie sich gestalten. Welche Lernmedien stehen zur Verfügung? Wesentlich ist auch die Betreuung. Hat man einen Ansprechpartner, den man jederzeit ereicht? Welche Kommunikationskanäle sind nutzbar? Gibt es Prüfungen oder Präsenzpflichten? Fragen über die Institution selbst schließen sich an. Ist sie anerkannt und akkreditiert? Betreibt sie ein Qualitätsmanagement? Führt Sie Zertifikate oder Siegel, die ihre Qualität belegen? Gehört die Studienstätte zu den anerkannten Anbietern im Feld? Besteht Klarheit über Inhalte, Struktur und Aufbau des Fernstudiums und kann man eine kostenfreie Probelektion erhalten?

Unser Linktipp:

wb-fernstudium.de – Fernstudium

Für Bachelor- und Masterstudiengänge sind die Akkreditierungen wichtig. Man darf sie als ein Gütesiegel verstehen, die die Institution und den jeweiligen Studiengang auszeichnen. Die Akkreditierungsagentur prüft für jeden Studiengang, ob die Lernmodule sinnvoll strukturiert und fachlich relevant sind. Auch die Praxisnähe wird hinterfragt. Last not last wird die Qualität und fachliche Kompetenz der Dozenten thematisiert. Zusätzlich kann es noch eine staatliche Anerkennung des Studienanbieters geben. Außerdem können Studiengänge durch das Kultusministerium anerkannt sein. Das Prüfsiegel der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) ist ein weiterer Qualitätsmarker. Fakt ist, das nur akkreditierte und anerkannte Studiengänge überhaupt zu einem akademischen Grad führen dürfen.

Früher galten Fernstudiengänge als minderwertiger als “echte” Studiengänge. Das hat sich geändert. Meist findet man mehrere Anbieter für eine Fachrichtung. Am besten erstellt man zum Vergleich eine Checkliste, die einzelne Punkte tabellarisch ordnet. So hat man den direkten Vergleich aller oben genanten Auswahlkriterien. Diese Liste sollte auch den Preis und die Dauer des Studienangebotes umfassen. Nicht der billigste oder teuerste Anbieter ist der Beste, weil der Preis nichts über die tatsächliche Qualität des Fernstudiums aussagt. Beachten sollte man auch, dass manche Anbieter anscheinend das Wissen oder den Studien-Abschluss in erstaunlicher kurzer Zeit vermitteln. Hier sollte man besonders dann misstrauisch sein, wenn man das Fernstudium aus beruflichen Gründen unternimmt. Auch bei noch so viel Eigeninitiative und Selbstmotivation lassen sich qualifizierte Abschlüsse nicht im Schnellverfahren erreichen. Handelt es sich allerdings um ein Intensiv- oder Aufbaustudium, ist es etwas anderes.

interessante Blogs:

http://karriere-und-bildung.de/p=539.html

http://fernstudium-fragen.de/

http://www.spirofrog.de/blog/fernstudium-die-tipps/

Geschichte besteht aus einer kaum überschaubaren Menge an Daten, Fakten und Ereignissen. Niemand kann diese alle auswendig lernen, aber es ist hilfreich, wenn man weiß, wo sie zu finden sind. Neben den früher üblichen gedruckten Quellen gibt es in der modernen Zeit auch noch die wahrscheinlich größte Fundstelle für Geschichte und geschichtliche Fragen dazu, die überhaupt vorstellbar ist: das Internet. Hier kann man Fragen stellen und Fragen beantworten!

Traditionelle Informationssuche
Informationen über Geschichte finden sich in erster Linie in gedruckten Quellen. Dazu gehören Bücher, Akten oder Zeitungsarchive. Die Suche ist sehr aufwendig, wenn die genaue Fundstelle nicht bekannt ist. Wer nur allgemeine Informationen über Geschichte oder eine bestimmte Zeitepoche sucht, wird am schnellsten in einer Bücherei oder einer Buchhandlung fündig. Schwieriger ist es dann schon, zu einer besonderen Person oder einem Ereignis nachzulesen. Das gilt ganz besonders, wenn es nicht zu den bekannteren historischen Daten gehört. Manchmal finden sich die Daten in Archiven, zu denen noch lange nicht jeder Zugang hat. Oder es gibt zwar besondere Bücher dazu, diese kosten aber wegen ihrer zumeist geringen Auflage sehr viel Geld. In einer solchen Situation überlegt auch der Wissensdurstige noch einmal genauer, ob er sich nicht auf andere Weise informieren will. Weitere Nachteile sind der Zeitaufwand, der dabei nötig wird und natürlich die Wege, die gelegentlich zurückgelegt werden müssen. Nicht in jeder Stadt findet sich ein Archiv, das ausreichend ist.

Das Internet als virtuelles Archiv
Die Informationen über Geschichte nehmen im Internet einen großen Raum ein.  Sie werden von Historikern veröffentlicht, von Wissenschaftlern oder auch einfach nur von Menschen, die sich für bestimmte Details der Geschichte stark interessieren. Der Weg im Internet führt dabei zuerst immer über eine der großen Suchmaschinen. Je allgemeiner die Suchbegriffe eingegeben werden, desto größer ist natürlich die Ausbeute. Nach dem ersten Überblick kann sich jeder dann durch eine verfeinerte Suche genau die Informationen beschaffen, die ihn ganz besonders fesseln. Eine Internetsuche nach Geschichte ist unabhängig von Öffnungszeiten einer Bibliothek, in den meisten Fällen kostenfrei und sie kann bequem von zuhause aus geführt werden. Manchmal ergeben sich ganz überraschende Perspektiven, wenn ein und dasselbe Ereignis von verschiedenen Personen beschrieben wird. Dazu kommen passende Videos und Tonaufnahmen, die angeboten werden. Wer sich über Geschichte informieren will, hat einen ganz besonderen Vorteil, wenn er dies auch in einer anderen Sprache tun kann. Englisch bietet sich dabei an, denn hier finden sich sehr große Datenbanken und Artikel zu fast jedem Thema. Als Informationsquelle ist das Internet kaum zu übertreffen.

Die Türkei gilt als Brücke zwischen dem Orient und Okzident. Sie ist heute eine Art Vermittler zwischen den islamischen Nationen und dem Westen. Daher birgt die Kultur der Türkei Einflüsse sowohl aus dem Islam als auch Eindrücke aus den westlichen Staaten. Die Türkei ist derzeit das einzige islamische Land, welches eine Demokratie besitzt und die Staatsreligion, also der Islam, unter der Kontrolle der Regierung steht. Das Volk ist zwar gläubig, doch hat sie auch die Offenheit, mit anderen Kulturen zu kommunizieren. Gerade die beiden Kulturen Islam und der Westen, stehen sich oft fremd gegenüber. Daher bemüht sich die Türkei, die Differenzen und Defizite dieser beiden unterschiedlichen Kulturen in sich zu verbinden und den anderen islamischen Ländern als Vermittler und Tor zum Westen behilflich zu sein.

Auffällig ist, dass in den großen Städten der Türkei die Kultur dem Westen relativ ähnlich ist, was viele Besucher zunächst überraschen mag. Denn nach wie vor wird die Kultur der Türkei sehr mit einer strengen Tradition des Islam verbunden. Schließlich betonen die türkischen Minderheiten in Deutschland besonders den Islam. Daher mag es verwundern, wenn in der Türkei – vor allem den größeren Städten und den Küstengebieten – mehr Moderne vorhanden ist, als die Besucher erwartet hätten.

Tatsache ist nun, dass die Türkei im Grunde kein streng islamisches Land ist. Es mag durchaus sein, dass im Hinterland der Türkei, jenseits der Metropolen, noch so manche Bürger ein strengeres Bild des Islam leben, doch der Grundzug des Landes ist die Weiterentwicklung. Denn die Türkei ist noch heute ein Land der Gegensätze.
Die junge, neue Türkei erlebt der Besucher in den Metropolen, allen voran Istanbul, welche auch heimliche Hauptstadt genannt wird. Hier prägt das moderne Bild die Stadt mehr, als die Moscheen und die betenden Muslime.

Die alte Kultur der Türkei wird besonders im Hinterland noch gelebt. Ferngelegen von den reichen Städten leben hier die Türken noch oft ihre alten Bräuche und Traditionen. Denn wenn die klassischen touristischen Zentren verlassen werden und das anatolische Hochland oder die Bergwelt des Ostens erreicht wird, gelangt der Besucher in eine Welt, die scheinbar aus der Vergangenheit stammt.

Auffällig ist zudem, dass die Türkei vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt ist, da einige unterschiedliche ethnische Gruppen vorhanden sind, die das Wesen der Türkei mit beeinflussen.

Auch besitzt die Türkei eine Küche, die weltbekannt ist. Sie unterlag vielen verschiedenen Einflüssen, was besonders auf den Osmanischen Reich zurückzuführen ist. Äußerst berühmt sind dabei Döner Kebap und Cevapcici.

Die Geschichte Saudi-Arabiens lässt sich auf die Vereinigung der arabischen Stämme durch den Propheten Mohammed zwischen 622 – 632 nach Christus zurückführen. Der heutige Name des Landes leitet sich von der Dynastie der Saud ab, die seit dem 18. Jahrhundert herrscht.

Die vorislamische Zeit und der Prophet Mohammed

Arabien war seit etwa 100 v.Chr. von Beduinen bevölkert, die als Nomaden lebten und auch Weihrauchhandel betrieben. Es waren kriegerische Stämme, welche der Prophet Mohammed vereinigte und islamisierte. Seine Nachfolger, die Kalifen, setzten die Islamisierung fort und sorgten für deren Ausbreitung bis nach Andalusien, Indien, in den Kaukasus und in die Sahara. Arabien verlor jedoch seine politische Bedeutung, als die Hauptstädte der arabischen Völker nach Bagdad und Damaskus verlegt wurden. Nur die Heiligen Stätten Medina und Mekka blieben als religiöse Zentren der Araber erhalten. Im Jahr 1517 unterwarfen die Osmanen die arabische Halbinsel. Wirtschaftlich hatte Arabien bis ins 16. Jahrhundert große Bedeutung als Handelsroute zwischen dem Mittelmeerraum und Indien, bis dieser Weg durch die Seefahrt abgelöst wurde.

Die Dynastie der Saud und die Gründung des Königreiches Saudi-Arabien

Muhammad ibn Saud begründete im 18. Jahrhundert die Dynastie der Saud und verbündete sich dazu mit dem Begründer der islamischen Bewegung der Wahhabiten, Abd al-Wahhab. Unter der Führung der Saud-Dynastie vereinigten die Wahhabiten die Beduinenstämme und griffen die arabischen Randgebiete an, besetzten im Jahr 1803 Medina und Mekka und provozierten damit eine osmanische Gegenreaktion mit der Folge, dass im osmanisch-saudischen Krieg von 1811 – 1818 das Wahhabitenreich zerschlagen wurde. Nach einer Erneuerung brach dieses nach dynastischen Machtkämpfen und Kriegen 1891 endgültig zusammen. Im Jahr 1901 eroberte Abd al-Aziz ibn Saud die Stadt Riad zurück und gründete das Saudi-Reich neu. Nach Unterwerfungskriegen und der Vertreibung der Haschemiten wurde am 18.09.1932 das Königreich Saudi-Arabien proklamiert. Dieses war im 2. Weltkrieg zunächst neutral, schlug sich dann aber auf die Seite der Alliierten. Nach dem Krieg stieg es zum wichtigsten Erdöllieferanten der Welt auf. Für die Erschließung der Ölreserven bekamen die USA ein Monopol, was die bis heute enge Verbindung der beiden Staaten begründete. Es folgte ein großer wirtschaftlicher Aufschwung. 1945 wurde die Arabische Liga gegründet, in der Saudi-Arabien eine wichtige Rolle spielt, 1960 war das Königreich einer der Gründungsstaaten der OPEC. Die Anlehnung an die USA wurde seit den 1980er Jahren noch verstärkt, was auch durch die prekäre Sicherheitslage des reichen Ölstaates bedingt ist. Das Land wird bis heute absolutistisch geführt, die herrschende Rechtsprechung ist die Scharia.

Wenn man heute von der Geschichte Syriens spricht, wird damit meist der Bereich angesprochen, der recht ausgedehnt über die Grenzen des heutigen Staates Syrien hinausgeht. Ehemals bezeichnete man Syrien auch als Levante und damit meint man auch den Libanon. Erst 1916 wurden die Grenzen des Staates Syrien im Sykes-Pikot-Abkommen festgelegt, vorher umfasste man mit dem Begriff Levante auch Palästina und einige Areale Jordaniens. Viele verschiedene Kulturen waren im heutigen Syrien im Altertum aktiv und prägten damit das Gesicht und die Religion Syriens bis heute. Nicht umsonst sind die Syrer stolz auf ihre weit zurückgehende Kulturgeschichte. Durch Ausgrabungen hat man herausgefunden, dass Syrien in der Bronzezeit, wahrscheinlich aber auch schon weit früher, besiedelt worden ist. Man hat Exponate und alte Siedlungen gefunden, die den Menschen in der Bronzezeit als Wegbereiter dienten. Das Akkadische Großreich bildete sich von Mesopotamien ausgehend etwa ab dem dritten Jahrtausend vor Christus. Spuren in Tell Halaf deuten auf diese erste große Hochkultur in Syrien hin. Wahrscheinlich wurde sogar das erste Alphabet in Ugarit zu dieser Zeit entwickelt. Auch führen Spuren von antiken Kulturen am Euphrat entlang bis zum heutigen Irak, viele Wirkstätten alter Zivilisationen sind leider bis heute noch nicht genau erforscht. Die große Zäsur folgte unter römischer Herrschaft und Alexander dem Großen, der im vierten Jahrhundert vor Christus Syrien unter die griechische Regierungsgewalt brachte. Diese dauerte bis 64 vor Christus, hier wurde Syrien zur römischen Provinz und blieb es auch, was allerdings größtenteils nicht kampflos geschah. Mit Ende des Römischen Reiches im vierten Jahrhundert nach Christus fiel Syrien an das oströmische Reich und wurde mit der Eroberung durch die Araber byzantinisch und 636 nach Christus ein Teil des Kalifats des islamischen Reiches. Damaskus wurde zunächst Hauptstadt, da sie zentral lag. Als 750 nach Christus das Reich durch die Abbasiden besiegt wurde, wurde die Hauptstadt nach Bagdad verlegt. Trotzdem hielt sich Syrien mit Damaskus und Aleppo als bedeutendes Gebiet im islamischen Territorium. Im 12. Jahrhundert nach Christus folgte unter Saladin das Herrschergeschlecht der Ayyubiden, das bis ins ägyptische Gebiet reichte und von Kairo aus regiert wurde. Dennoch blieb Syrien weiterhin eine wichtige islamische Handelsprovinz. Nach den Ayyubiden folgten die Mamelucken, die allerdings im 16. Jahrhundert nach Christus Istanbul zum neuen islamischen Mittelpunkt machten. Durch den weiter bestehenden Handel wurde Syrien im weiteren Verlauf der Jahrhundert reich, was sich heute noch in den Altstädten von Damaskus und Aleppo widerspiegelt. 1916-1918 folgte die Arabische Revolte mit Syrien und den Briten gegen die Osmanen, erhielten allerdings trotz Versprechungen (Lawrence von Arabien) keine Machtanteile im Nahen Osten. Die Franzosen und Engländer teilten das Land unter sich mit den heute noch geltenden Staatsgrenzen auf. Syrien stand bis 1946 unter französischem Mandat. In der Folge versuchte man, mit den Arabischen Republiken und Ägypten einen Zusammenschluss zu erreichen, was immer wieder scheiterte. Das Jahr 1960 war gefüllt von Machtkämpfen, bis Ende 1970 Hafez al-Assad das Land strukturieren und stabilisieren konnte. Man hielt gute Kontakte zu Moskau was sich im Wirtschafts- und Politikleben Syriens zeigte. Nach dem kalten Krieg passte sich Syrien den modernen wirtschaftlichen Gegebenheiten an und seit dem Jahr 2000 ist Bashar al-Assad, der Sohn Hafez al-Assad, Präsident Syriens. Dieser versucht, das aufstrebende wirtschaftliche Leben der westlichen modernen Kultur weiter anzupassen.

Die Geschichte Libanons geht bis etwa 2750 v. Chr., in die Antike zurück. In dieser Zeit habe es erste phönizische Siedlungen gegeben. Etwa im 15. Jahrhundert v. Chr. wurde ein Stadtstaat gegründet, was Historiker als das Phönizien bezeichnen. 573 v. Chr. wurde ein Teil Phöniziens nach 13-jähriger Belagerung vom babylonischen König Nebukadnezar II. erobert und 539 v. Chr. gehörte Phönizien zum Perserreich.

636 n. Chr. wurde der Libanon nach der Schlacht am Jarmuk, in der die byzantinischen Herrscher von den muslimischen Arabern besiegt wurden, dem Kalifat angeschlossen. Libanon wurde nacheinander von den Kalifen der Umayyaden, Abbasiden und Fatimiden bis ins 11. Jahrhundert regiert. Die christlichen und jüdischen Bevölkerungsgruppen konnten sich in dieser Zeit weitgehend behaupten. Nach 1071 konnten die Seldschuken die Fatimiden zwar aus Libanon und Syrien vertreiben, doch sie waren nicht fähig, eine stabile Herrschaft zu errichten, weshalb die Kreuzfahrer nach ihrem 1. Kreuzzug Tripolis 1109 eroberten und die Grafschaft Tripolis errichteten. Der mameluckische Sultan Chalil erst konnte die Kreuzfahrer um 1291 vertreiben. 1517 kamen der Libanon und Syrien nach dem Untergang des Mameluckenreichs unter die Herrschaft der Osmanen.

Unter der osmanischen Herrschaft gewannen die Drusen Libanons schnell großen Einfluss und konnten das Land weitgehend selbst regieren. Etwa um 1800 erreichten ebenso die Maroniten und die Levante größere Macht und die Franzosen und Briten begannen, das Geschehen auf Libanon mit zu beeinflussen. 1860 eskalierte der Konflikt zwischen der maronitisch-christlichen Bevölkerung und den Drusen. Es kam zu schweren Massakern der Christen durch die Drusen und dies endete erst, als Frankreich, die Schutzmacht der Maroniten, eingriff.

Nach diesen schweren Vorfällen wurde Libanon selbstständig von einem osmanischen Gouverneur regiert. Dieser musste immer ein katholischer Christ sein und durfte nicht aus dem Libanon stammen. Dieser Zustand dauerte an, bis 1908 der letzte osmanische Sultan Abdulhamid II. gestürzt und ein Parlament in der heutigen Türkei gegründet wurde.

1915 bis 1919, während des Ersten Weltkriegs, stand Libanon unter der Militärherrschaft der Türkei und Deutschlands. In dieser Zeit kam es zu großen Hungersnöten und etwa 100 000 Menschen verhungerten. Dieser Zustand war für die USA sicherlich mit ein Grund, dem 1. Weltkrieg beizutreten.

1919 bis 1943, dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand Libanon unter der Kontrolle Frankreichs und musste schrittweise zu einer Einigung innerhalb der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gebracht werden. Ab 1945 begann die schwierige Unabhängigkeit Libanons, die 1970 bis 1989 mit einem Bürgerkrieg gipfelte. Nach der Gründung Israels kam es zu großen Konflikten mit Libanon, da Israel Südlibanon besetzte und viele Muslime tötete. Terroristischer Islamismus begann – der Westen galt allmählich als Feind.

Ab 1990 normalisierte sich die Situation Libanons und begann mit dem Wiederaufbau. An der wirtschaftlichen Erholung spielte dabei der libanesisch – saudische Milliardär Rafiq al – Hariri eine entscheidende Rolle. Der Sunnit war bis zu seiner Ermordung 2005 mehrmals libanesischer Ministerpräsident.

Und heute steht Libanon wie viele andere muslimische Staaten in Nordafrika vor einem Umbruch. Denn alle wollen nun endlich Demokratie, Menschenrechte und Wohlstand.

Einführung: Der Irak heute
2003 besetzten die USA den Irak. Das Regime von Saddam Hussein wurde beseitigt. 2004 trat eine Übergangsverfassung in Kraft. Ein Jahr später begann ein gewähltes Übergangsparlament mit der Arbeit an einer neuen Konstitution. Diese wurde im Oktober 2005 per Volksentscheid knapp angenommen. Sie beschreibt das politische System des Landes demokratisch, föderal und repräsentativ. Der Islam ist als Staatsreligion in die Verfassung aufgenommen. Die Führung des Landes teilen sich das Staatsoberhaupt, Präsident Dschalai Talabani, und der Regierungschef, Ministerpräsident Nuri Al-Maliki.

Die politischen Ziele des Irak
Die Zielsetzung der Bundesregierung richtet sich noch immer an den immensen Problemen aus, die durch den Zusammenbruch des Hussein-Regimes und der amerikanischen Invasion entstanden sind. Zusammengefasst lassen sich zwei Punkte ausmachen, die das politischen Handeln anleiten: Sicherheit und Normalität.

Sicherheit
Nach der Eroberung des Landes durch die USA wurden Armee und Sicherheitskräfte aufgelöst. Spannungen, die durch den ehemaligen Diktator brutal niedergeschlagen wurden, brachen aus. Islamische Terroristen verübten zahlreiche Anschläge gegen die neue Regierung, Christen und die Besatzungsmacht. Die Amerikaner stationierten zeitweilig mehr als 130.000 Soldaten im Land. Dennoch gelang es lange nicht, die Situation zu beruhigen.

Die Regierung versucht, die Ruhe wiederherzustellen. Mit Hilfe der USA, Groß Britanniens und Jordaniens wird eine neue Armee aufgebaut. Weitere westliche Länder, darunter auch Deutschland, beteiligen sich an der Ausbildung von Polizisten. Diese Maßnahmen waren durchaus erfolgreich. Mittlerweile gilt nur noch die Region um Bagdad als extrem gefährdet. Gerade in den ländlichen Teilen des Landes ist der Frieden wiederhergestellt.

Normalität
Der Irak liegt im Spannungsfeld zwischen Israel und dem Iran. Das ehemalige Perserreich stieg durch den Ausfall des Iraks zur Hegemonialmacht auf der arabischen Halbinsel auf. Noch immer ist nicht geklärt, wie sich der Irak wieder in die Staatengemeinschaft eingliedern lässt. Ziel ist es, als gleichberechtigter Partner weltweit wahrgenommen zu werden und in der arabischen Welt ein Gegengewicht zum Iran zu bilden.

Aber auch innenpolitisch ist längst keine Normalität erreicht. Die USA haben angekündigt, sich bis 2012 vollständig zurückziehen zu wollen. Bis dahin müssen die Spannungen zwischen den zahlreichen politischen Gruppen unter Kontrolle gebracht sein. Der überwiegende Teil der fast 30 Millionen Iraker gehört der schiitischen oder sunnitischen Glaubensrichtung des Islam an. Die beiden Gruppen streiten um die Macht. Im Norden des Landes drängen die Kurden auf eine immer stärkere Autonomie. Der Irak ist ständig von der Spaltung bedroht. Das Ziel ist es, die religiösen Gruppen auszusöhnen und die Einheit des Landes zu garantieren.

Ein Mittel beide Ziele zu erreichen, könnte der wirtschaftliche Wiederaufbau sein. Der Irak lebt von Erdölexporten. Durch den Krieg wurden viele Anlagen zerstört. Inzwischen gelang es, die Erdölförderung und die Exporte auf Vorkriegsniveau zu heben.

Die ersten menschlichen Spuren auf dem Gebiet der heutigen Türkei sind über 11000 Jahre alt. Archäologen fanden Zeugnisse verschiedener Nomadenstämme aus dieser frühen Zeit. Um 3000 v. Chr. entstanden die ersten befestigten Siedlungen. Zu den ältesten gehört das von dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann entdeckte Troja. Um die Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends entstanden entlang der heutigen türkischen Ägäis Siedlungen der antiken griechischen Stämme. Der Handel zwischen diesen Kolonien und dem griechischen Mutterland blühte auf. Ab 500 v. Chr. drangen die Perser in die von den Griechen besiedelten Gebiete und eroberten diese. 334 v. Chr. unterwarf Alexander der Große Kleinasien und die heutige Türkei befand sich erneut im Einflussbereich der Griechen. Rund 100 Jahre später begannen die Römer mit der Eroberung Kleinasiens. 395, nach der Teilung des Römischen Reichs, gehörte das Land schließlich zu Byzanz.

Im 11. Jahrhundert begannen die aus Zentralasien und Westchina stammenden Seldschuken Teile des Oströmischen Reiches zu erobern. Das seldschukische Reich zerfiel in kleinere türkische Fürstentümer, aus denen das Osmanische Reich hervorging. Gegründet wurde es 1299 von seinem Namensgeber Osman I. Die Osmanen konnten ihre Herrschaft auf dem Gebiet der heutigen Türkei ausdehnen und 1453 Konstantinopel erobern. In den folgenden zwei Jahrhunderten konnte das Osmanische Reiche seine Vormachtstellung im östlichen Mittelmeerraum ausbauen. Die Expansion nach Europa wurde mit der vor Wien verlorenen Schlacht am Kahlenberg 1683 unterbunden, es begann der allmähliche Niedergang des Osmanischen Reiches. Der Erste Weltkrieg, in dem es auf der Seite der Mittelmächte stand, brachte den endgültigen Zerfall. Im Friedensvertrages von Sèvres wurden den siegreichen Alliierten große Teile des Osmanischen Reiches zugesprochen.

Gegen die Pläne der Alliierten regte sich Widerstand, der von Mustafa Kemal Pascha (seit 1934 “Atatürk”) angeführt wurde. Die Besatzungsmächte konnten vertrieben werden und die Bestimmungen des Vertrages von Sèvres wurden revidiert. Am 29. Oktober 1923 rief schließlich Mustafa Kemal Pascha die Republik Türkei aus und verlegte die Hauptstadt von Istanbul nach Ankara. Weitgehende politische und gesellschaftliche Reformen, die in den ersten Jahren der Republik angestoßen wurden, veränderten die Türkei nachhaltig hin zu einem modernen, säkularen Staat. Im Zweiten Weltkrieg verhielt sich die Türkei lange Zeit neutral, schloss sich gegen Ende jedoch den Alliierten an und gehörte nach Kriegsende zu den 51 Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen. Die innenpolitisch instabile Lage führte in den 1960er und 1970er Jahren mehrfach zum Eingreifen des Militärs in die Politik. Die politische Situation hat sich bis heute stabilisiert und die Türkei strebt in die Europäische Union.

Bereits 4000 v. Chr. bewohnten die Sumerer den Irak. Seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. gründeten die semitischen Akkader die Reiche Assyrien und Babylonien. Im Jahr 539 v. Chr. eroberte der Perser Kyros II. Babylonien. Die Sassaniden machten Ktesiphon (227-642 n. Chr.) zu ihrer Hauptstadt. Danach wurde das Land in der Schlacht von Kadesia im Jahr 636 n. Chr. von den islamischen Arabern erobert. Die Kalifen der Abbasiden machten es 750 n. Chr. zu ihrer Zentralprovinz sowie Bagdad im Jahr 762 zur Hauptstadt des Islamischen Reichs. Die Mongolen unter Ilchane eroberten 1258 n. Chr. das Land und vernachlässigten das Bewässerungssystem, welches zum Teil zur Versteppung führte. Die Tamerian verwüsteten um 1401 Bagdad. Im Jahr 1534 eroberten die Türken Bagdad und gliederten den Irak 1638 dem Osmanischen Reich an.

Gleich zu Beginn des “Ersten Weltkriegs“, am 6. November 1914 besetzten die Truppen Großbritanniens gegen den Widerstand Deutschlands und der Türkei das Land. Großbritannien löste im Jahr 1920 die Vilayets Bagdad, Basra und Mossul aus dem ehemaligen Osmanischen Reich und verschmolz diese Gebiete zum heutigen Irak. Irak wurde im Jahr 1921 britisches Mandatsgebiet. Die ersten freien Wahlen fanden 1925 statt. Nominell wurde das Land am 30.6.1930 selbstständig, aber es stand weiterhin unter britischer Oberhoheit. Die konstitutionelle Monarchie wurde bis 1933 von König Faisal I. geführt, dann folgte sein Sohn Ghasi I. bis 1939, danach kam der minderjährige Faisal II bis zum Jahr 1953 auf den Thron. Die Vormundschaft hatte sein Onkel Abd Al Ilah. Aufgeteilt wurden die Rechte am Erdöl des Landes unter Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden sowie den USA. Jedes Land erhielt 23,75 Prozent und 5 Prozent erhielt ein privates Unternehmen. An die irakische Regierung wurde ein sehr geringer Prozentsatz der Gewinne als Abgabe gezahlt.

Im Jahr 1952 wurde die englandfreundliche Regierung des Nuri As Saids gestürzt. Allerdings kam Nuri As Said 1954 wieder an die Macht und löste die Parteien auf. Erst 1955 erhielt der Irak seine voll Souveränität, allerdings durfte Großbritannien aufgrund eines Beistandspakts weiterhin Militärstützpunkte im Iran unterhalten.

Am 14. Juli 1958 stürzte General Abd Al Karim Qasim mit Hilfe des Volkes die pro-britische Monarchie, um die britische Kontrolle abzuschütteln. Bei der Revolution 1958 starben der König, der Kronprinz sowie der Ministerpräsident Nuri As Said. Der General Abd Al Karim Qasim rief die Republik aus, bildete eine Regierung und schloss 1958 mit der der Arabischen Republik einen Beistandspakt. Er trat aus dem Bagdad-Pakt oder CENTO aus und erhielt Wirtschafts- und Militärhilfe aus den UDSSR. Seit 1960 wurden politische Parteien in beschränktem Maße zugelassen. Am 24. März 1959 räumten die letzten britischen Soldaten den Irak. Die Kurden versuchten 1961 durch einen Aufstand ihre Autonomie durchzusetzen, dieser Aufstand eskalierte mit der irakischen Armee zu einem Kleinkrieg.

Durch einen Offiziersputsch wurde Abd As Salam Arif 1963 zum Staatspräsidenten. Sein Bruder Abd Ar Rahman Ared folgte von 1966 bis 1968 und seine Regierung bemühte sich um eine enge Zusammenarbeit mit Ägypten und Syrien, allerdings brach er 1967 die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab. Von 1968 bis 1979 war der israelfeindliche Ahmed Hasan Al Bakr Staatspräsident. Die britische IPC “Iraq Petroleum Company” wurde im Juni 1972 verstaatlicht, damit der Irak über die Einnahmen bestimmen konnte. Die Einnahmen aus den Öleinnahmen verzehnfachten sich von 1973 bis 1978. Jetzt konnte der Staat öffentliche und industrielle Projekte finanzieren und es wurde eine Kampagne gegen das Analphabetentum gestartet.

Die Kurden unternahmen immer wieder Aufstände und forderten Autonomie innerhalb des Iraks, die Aufstände wurden 1975 niedergeworfen. Die strittige Grenzregelung am Schatt-Al-Arab zwischen dem Irak und dem Iran wurde im Jahr 1979 vertraglich geregelt. Allerdings verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den Ländern nach der iranischen Revolution wieder.

Präsident Saddam Hussein At Takriti, seit 1979 Nachfolger von Al Bakr, erklärte diesen Vertrag 1980 für ungültig und griff den Iran militärisch an. Es war der “Erste Golfkrieg“, der erst im Jahr 1988 durch einen Waffenstillstand beendet wurde. Das Kräfteverhältnis wendete sich erst 1984 durch die Hilfen der UDSSR und der USA (offiziell waren die beiden Länder neutral) zu Gunsten des Iraks. In der so genannten Anfal-Operation startete Saddam Hussein 1988 einen Feldzug gegen die Kurden, weil diese während des Golfkrieges den Iran unterstützten. Saddam Hussein konnte danach seine Position konsolidieren, er wurde 1990 zum Präsidenten auf Lebenszeit gewählt.

Danach verlangte Saddam Hussein von seinen Nachbarstaaten die Streichung der Schulden des Iraks sowie eine Änderung OPEC-Ölförderungsquoten. Allerdings weigerten sich die Länder und somit marschierte die irakische Armee am 2. August 1990 in Kuwait ein, besetzte das Land und erklärte es zur 19. Provinz des Iraks. Die UNO verhängte Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. Nachdem die USA und andere Länder Truppen entsandten, begann am 17. Januar 1991 der “Zweite Golfkrieg“ unter der Führung der USA. Dieser Golfkrieg endete bereits am 28. 2.1991 mit einer irakischen Niederlage. Die Regierungstruppen des Iraks schlugen danach die Aufstände der Schiiten, der Kurden im Norden sowie rebellierender Soldaten in Basra nieder. In der Waffenstillstandsresolution vom 3. April 1991 musste sich der Irak verpflichten, die von der UNO beschlossenen Sanktionen zu erfüllen und dazu zählten der Rückzug aus Kuwait, Verzicht auf ABC-Waffen, die Zahlung von Reparationen sowie ein Flugverbot für irakische Flugzeuge. Diese Sanktionen führten zur Isolierung sowie zur Verarmung der Bevölkerung und verstärkten die wirtschaftlichen Probleme des Landes dramatisch. Trotz allem konnte Saddam Hussein seine Machtstellung behaupten und im November 1994 erkannte der Irak die festgelegten Grenzen der UNO an.

Die “UN-Kommission für die Abrüstung des Irak (UNSCOM)“ kontrollierte die Beseitigung der Massenvernichtungswaffen. Durch das UNO-Programm “Öl für Lebensmittel“ durfte die irakische Regierung seit Dezember 1996 Öl in begrenztem Umfang exportieren, um dafür humanitäre Güter einzukaufen. Der Irak behinderte die UN-Inspektionen der irakischen Militäranlagen immer wieder. Im Dezember 1998 verließen die Inspekteure deswegen den Irak. Mit der “Operation Wüstenfuchs“ begannen die USA und Großbritannien zur gleichen Zeit mit Luftangriffen auf den Irak. Frankreich, Russland und China protestierten und Präsident Clinton beendete die Angriffe am 20. Dezember 1998. Irak wurde zum Sieger von Saddam Hussein erklärt. Unter Hans Blix nahm die Inspektionskommission UNSCOM im Dezember 1999 ihre Arbeit wieder auf und am 8. Dezember 2002 übergab der Irak eine umfassende Dokumentation, zwölftausend Seiten, an die UN. Seit den beiden Golfkriegen und dem Embargo hat sich Leben der Bewohner dramatisch verändert. Es mangelte an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung, obwohl das Land über die zweigrößten Ölvorkommen der Welt verfügt. Die Kindersterblichkeit hatte sich versechsfacht.

Die USA unter Präsident W. Bush griff den Irak am 20. März 2003 an und bereits im Mai 2003 waren die großen Kampfhandlungen beendet. Der Irak wurde in Besatzungszonen, der große Nordteil unterstand den USA, ein schmaler Mittelstreifen den Polen und der Südteil unterstand Großbritannien, aufgeteilt. Die Koalitions-Übergangsverwaltung übergab die Regierung am 28. Juni 2004 an die Iraker und die Regierung befindet sich seitdem in einem politischen Übergangszustand. Der Dritte Golfkrieg hat die Machtstrukturen innerhalb Iraks vollkommen verändert.

Die Al-Qaida rief am 15. Oktober 2006 den Irak als einen islamischen Staat mit sechs Provinzen aus. Es wird vermutet, dass die Al-Qaida einen Bürgerkrieg zwischen den Sunniten und Schiiten provozieren will, damit könnte eine staatliche Ordnung im Irak verhindert werden. Seitdem finden gezielte Angriffe von Todesschwadronen auf gegnerische Religionsgruppen statt. Die Situation befindet sich kurz vor einem Bürgerkrieg. Diese Terrorangriffe, die auch von nichtirakischen sunnitischen Islamisten sowie von schiitischen Extremisten angeführt werden, fordern immer noch viele Menschenleben. Es gibt täglich etwa 70 bis 80 Anschläge. Seit dem 30. Juni 2009 verlassen die Kampftruppen der USA den Irak und übergeben das Land an die irakische Armee. Die letzten amerikanischen Soldaten sollen 2012 abziehen.

Zur Zeit erlebt das jordanische Königreich ungeachtet der angespannten politischen Situation im Nahen Osten und trotz relativ geringer Rohstoffvorkommen einen bemerkenswerten ökonomischen Aufschwung. Die Gründe für diesen wirtschaftlichen Aufwärtstrend in Jordanien sind vor allem die vor dem Hintergrund gestiegener Öleinnahmen großzügig angelegten Investitionen befreundeter Regierungen der Golfregion. So sollen 90% der aktuellen Investitionen in Jordanien von Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Emiraten finanziert worden sein.

Das formell nach der weitgehenden Privatisierung vieler Staatsbetriebe als marktwirtschaftlich ausgelegte Wirtschaftssystem Jordaniens krankt bei allen Erfolgen an zwei Hauptmängeln: Zum einen an den Wettbewerb verzerrenden Einflüssen des auf die Familie des haschemitischen Herrscherhauses ausgerichteten Patronage-, Mittler- und Klientelsystems, zum anderen an der unzulänglichen Beteiligung der Unterschichten am Wirtschaftsboom. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Löhne decken oft kaum den Lebensunterhalt ab.

Der Dienstleistungssektor trägt mit etwa 80% zum Bruttoinlandsprodukt bei, gefolgt von der Industrie mit etwa 15% und der Landwirtschaft (3%) , die wegen der geringen Anbaufläche im Wüstenstaat Jordanien kaum Möglichkeiten zur Expansion bietet.

Die Zielsetzung Jordaniens zur Nutzung seiner ökonomischen Potentiale stellt langfristig auf die solide Absicherung des öffentlichen Haushalts, auf die Vermeidung von Inflation, auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und auf internationale Zusammenarbeit am Weltmarkt sowie auf einen Abbau der Abhängigkeit von Geldzuflüssen der Entwicklungshilfegeber ab. Um diese Ziele zu erreichen, versucht man ausländische Unternehmen durch Betonung der Standortvorteile des Landes ( geographisch zentrale Lage in der Region, relative Liberalität und Stabilität der Gesellschaft, gut ausgebildete Arbeitnehmer, moderate Lebenshaltungskosten) zu Investitionen zu bewegen.

Ein Schritt in diese Richtung ist das jordanische Bemühen, sich im internationalen Marktsystem zu integrieren. Wichtige Meilensteine in dieser Hinsicht waren der Beitriitt zur Welthandelsorganisation WTO (2000) und die EU-Assoziierung (2002). In Folge sind viele Zoll- und Handelsschranken für Jordanien entfallen. Ähnliche Meilensteine stellen die etwa ein Dutzend Qualifying Industrial Zones (QIZ) dar, in denen in Zusammenarbeit mit israelischen und US-amerikanischen Unternehmen in speziellen Freihandelszonen produziert wird.
Ausbaufähiges Potential stellt dabei insbesondere die Lohnveredelung in der Textilindustrie dar.

Auch werden von Staat und Wirtschaft erhebliche Anstrengungen unternommen, den Tourismus-Sektor, insbesondere im qualitativ anspruchsvollen Öko-, Wellness- und Erlebnistourismusbereich, auszubauen. Besonderes Hauptaugenmerk wird ferner auf die Förderung von Betrieben im Bildungs-, Finanz- und sonstigen Dienstleistungsbereich gelegt. Umsetzung dieser Zielvorgabe sind unter anderem die Gründungen der German Jordanian University in Mushaqar und der jordanisch-amerikanischen Filmhochschule in Akaba.

In Jordanien – einem Land, das bisher 90% seines Energiebedarfs durch Erdöl abdeckt – wird diskutiert, regenerative Energiequellen wie Wind und Solarenegie systematisch auszubauen.

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