In den Höhlen von Qafzeh und Kebara im heutigen Staat Israel fanden Archäologen 100 000 Jahre alte Knochen von modernen Menschen und Neandertalern nebeneinander. Die frühesten Vorfahren der Bewohner in der Region lebten mit ihren archaischen Vettern gemeinsam und führten vielleicht sogar Mischehen. Das schien einige Jahrtausende gut funktioniert zu haben.
Schriftliche Zeugnisse der Geschichte Israels finden Historiker in der Bibel. Der Auszug der Israeliten aus Ägypten ist freilich mit wissenschaftlichen Methoden nicht mehr nachweisbar. Fest steht jedoch, dass sich vor etwa 3200 Jahren israelische Nomadenstämme in Palästina ansiedelten, was zu den Berichten im Buch Exodus von der „Landnahme Kanaans“ passt. Diese Besiedlung war von Anbeginn an die Geschichte einer militärischen Eroberung. Das Königreich Davids und Salomons entstand als Vereinigung der 12 Stämme Israels gegen die Philister, wie die Palästinenser im alten Testament heißen. In dieser Zeit vor etwa 3000 Jahren vollzog sich die Gründung Jerusalems als Hauptstadt des Königreiches. Nie war dessen Existenz sicher, doch konnte die Fremdherrschaft der Assyrer und die Verschleppung vieler Juden nach Babylon den Bestand Israels als Volk und Staat nicht grundsätzlich gefährden. Alexander der Große vereinnahmte das Land der Juden, darauf folgte die Vorherrschaft der Seleukiden, die erst durch die Römer im 1. Jahrhundert vor Christus beendet wurde. Alle jüdischen Aufstände gegen die römische Obrigkeit schlugen fehl, schließlich flohen die Juden nach dem Bar-Kochbar-Aufstand 135 n. Chr. aus dem Land. Nun begann der Leidensweg der Diaspora.
Die jüdische Wiederbesiedlung Palästinas begann erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Einwanderungswellen, die als „Alija“ bezeichnet werden, brandeten damals noch auf das Territorium des osmanischen Reiches. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Palästina zum britischen Mandatsgebiet, wodurch sich immer mehr jüdische Flüchtlinge aus Europa ermuntert fühlten, nach Israel zu kommen. Motiviert durch die Verbrechen des Holocausts beschlossen die Vereinten Nationen 1947 die Schaffung des Staates Israel. Allerdings mischten sich arabische und jüdische Anteile auf dem Territorium, dessen Landkarte dadurch einem Flickenteppich glich. Sofort nach der Gründung des jungen Staates griffen die Araber an, aber die Auseinandersetzung endete mit israelischen Gebietsgewinnen und einem Friedensabkommen von 1949. Im 6-Tage-Krieg attackierte Israel die arabischen Nachbarn und beansprucht seitdem weitere Territorien wie den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel und das Westjordanland. Seitdem mussten viele Palästinenser aus ihren Wohngebieten flüchten, weil die israelische Siedlungspolitik ihnen den Raum streitig machte. Ein langwieriger Stellungskrieg, den die Ägypter den Israelis aufzwangen, sowie der Jom-Kippur-Krieg 1973 änderten an der Lage nichts. Die Araber konnten die von ihnen beanspruchten Territorien mit militärischen Mittel nicht zurückerobern.

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