Das Gebiet des heutigen Jemen besitzt eine Jahrtausende alte Geschichte, deren Anfänge bisher jedoch nur ansatzweise erforscht sind. Als Folge des zunehmenden Wassermangels auf der Arabischen Halbinsel entwickelten sich dort im 2. Jahrtausend vor Christus als Grundlage der Landwirtschaft die ersten Bewässerungssysteme. Wirtschaftlichen Aufschwung brachte die Domestizierung des Dromedars. Mit seiner Hilfe begann der Handel auf der Weihrauchstraße, einer der ältesten Handelsrouten der Welt von Südarabien zum Mittelmeer. Der wirtschaftliche Erfolg führte im heutigen Jemen zur Herausbildung mehrerer regionaler Königreiche, unter denen Saba vom 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus den größten Einfluss ausübte. Mit der Verlagerung des Handels auf den Seeweg in den Jahren nach der Zeitenwende begann der Niedergang der südarabischen Kultur. Zwar konnte das Königreich Himjar mit der Hauptstadt Zafar große Teile des heutigen Jemen vereinigen, 525 wurde es jedoch von dem äthiopischen Königreich Aksum erobert. Von 570 bis 627 wurde der Jemen schließlich eine Provinz des Persischen Reiches.

Im 7. Jahrhundert verbreitete sich der Islam auf der Arabischen Halbinsel. Der Jemen wurde 661 Teil des Kalifats der Umayyaden, das Ende des 9. Jahrhunderts in Teilstaaten zerfiel. Im 10. Jahrhundert gewann die schiitische Herrscherdynastie der Zaiditen an Einfluss im Jemen und gründete ein unabhängiges Imamat. Während seines rund tausendjährigen Bestehens wurde es lange Zeit von fremden Mächten beherrscht, im 11./12. Jahrhundert von den Fatimiden, im 12./13. Jahrhundert von den Ayyubiden, vom 13.-15. Jahrhundert von den Rasuliden und ab 1538 von den Osmanen.

1839 besetzte Großbritannien die jemenitische Hafenstadt Aden und ließ sie zu einem Stützpunkt ausbauen. Die neuen Grenzen zwischen den Einflussbereichen der Briten und des Osmanischen Reiches im Jemen wurden 1905 festgelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das vormals unter osmanischem Einfluss stehende Gebiet im Norden unter dem Imam Yahya ein unabhängiges Königreich mit der Hauptstadt Sanaa. Großbritannien zog sich 1967 aus dem Jemen zurück und der Süden geriet unter sowjetischen Einfluss. Am 30. November fand die Gründung der Volksrepublik Südjemen statt, die 1970 in Demokratische Volksrepublik Jemen umbenannt wurde.

Am 22. Mai 1990 wurden die beiden getrennten Teile des Jemen im Norden und im Süden unter Präsident Salih wieder vereint. 1994 kam es zum Bürgerkrieg, der sich insbesondere gegen die Vormachtstellung des Nordens richtete. Mit der Eroberung Adens fand dieser jedoch bereits im Juli des selben Jahres ein Ende. Die seit Anfang 2011 anhaltenden Proteste in der Arabischen Welt führten auch im Jemen zu Demonstrationen gegen den seit über 30 Jahren autoritär regierenden Präsidenten Salih.

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