Am Nordende des Persischen Golfs gelegen, gelangte Kuwait schon im 3. Jahrhundert v. Chr. unter den Einfluss der Seleukiden, deren Reich sich jedoch mit dem Vordringen der Perser ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. stetig verkleinerte. Während das heutige Staatsgebiet von Kuwait zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert n. Chr. zum Perserreich gehörte, erlangte im Jahr 630 das Kalifat der Umayyaden und schließlich jenes der Abbasiden die Macht über die Bucht von Kuwait. Im Zuge der bis ins 13. Jahrhundert andauernden Herrschaft der Abbasiden gelangte auch der Islam zu den hier lebenden Wüstenstämmen. Schließlich führte im Mittelalter der Einfall der Mongolen zum Zerfall des Abbasiden-Reiches, sodass die kuwaitischen Stämme zwar bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts offiziell Teil des Osmanischen Reiches waren, aufgrund der peripheren Lage Kuwaits jedoch weitgehend frei von der türkischen Fremdherrschaft blieben. Erst 1756 etablierte sich mit der Schahfamilie As-Sabah aus Saudi-Arabien eine neue Macht in Kuwait, deren Streben nach Unabhängigkeit schließlich in der Gründung des Emirats Kuwait gipfelte. Sowohl für das Osmanische Reich als auch für Großbritannien gewann das Emirat Kuwait gerade im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter des Nationalismus, aufgrund seiner strategisch günstigen Lage an Bedeutung. Während die Türken insbesondere geopolitische Vorteile im Emirat am Golf sahen, interessierten sich die Briten zudem für den kuwaitischen Handelsstandort am Persischen Golf. Um dem zunehmenden Druck der Osmanen auf Kuwait zu entgehen, entschloss sich Scheich Mubarak as-Sabah schließlich 1899 für das Protektorat durch die Briten. Dies trug zwar zur politischen Stabilisierung der Machtverhältnisse am Persischen Golf bei, führte jedoch auch zur kuwaitischen Abhängigkeit von britischen Interessen gerade in Fragen von internationalen Beziehungen und Infrastrukturprojekten. So konnte beispielsweise der geplante Bau der Bagdad-Bahn zwischen dem türkischen Konya und dem Golf von Kuwait durch britisches Veto nicht realisiert werden. Das Land zwischen der Wüste ad-Dibdiba und dem Persischen Golf erlebte nach dem Ersten Weltkrieg verschiedene Grenzkonflikte mit saudiarabischen Stämmen des Nadschd und der Wahabiten. Diese konnten jedoch unter britischer Ägide 1922 im Abkommen von Uqair, das Kuwait eine neutrale Grenzzone zu Saudi-Arabien und dem Irak zusicherte, beigelegt werden. Wirtschaftliche Prosperität erlangte Kuwait schließlich ab 1938, als das erste Erdöl auf kuwaitischem Gebiet gefunden und 1946 die industrielle Ölförderung aufgenommen wurde. Als konstitutionelle Erbmonarchie konzipiert, feierte Kuwait schließlich am 19. Juni 1961 seine politische Unabhängigkeit. Während Saudi-Arabien schon 1940 die Unabhängigkeit Kuwaits anerkannt hatte und damit auch eine Teilung der Erdöleinnahmen in der neutralen Zone eingerichtet werden konnte, versuchte der Irak zwischen 1961 und 1994 immer wieder Kuwait zu annektieren. Dabei erhielt Kuwait sowohl im Ersten Golfkrieg 1980-1988 als auch im Zweiten Golfkrieg 1990-1994 Unterstützung durch die USA, welche im Gegenzug Kuwait 2003 als Basislager für Irak-Invasion nutzen konnten. Die Endlichkeit der Erdölvorkommen erkennend, setzt das Emirat heute zunehmend auf den Ausbau des Tourismus- und des Seehandelsstandortes Kuwait.

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