Die iranische Wirtschaft befindet sich größtenteils unter staatlicher Kontrolle, daneben spielen religiöse Stiftungen eine große Rolle im Wirtschaftsleben. Diese beiden Träger gemeinsam sind für über 80% der Wertschöpfung verantwortlich, der Rest entfällt auf kleinere private Betriebe. Deren Anteil soll jedoch erhöht werden, zu den iranischen Wirtschaftszielen zählt die Stärkung des Privatsektors. Die Wirtschaftspolitik wird in Fünfjahresplänen formuliert.
Wirtschaftsform und Arbeitnehmer
Die arbeitsfähige Bevölkerung Irans liegt bei etwa 24 Millionen Menschen mit einer überwiegend mangelhaften Ausbildung. Der theokratische Staat hat die Wirtschaft weitestgehend verstaatlicht, vor allem den Industrie- und Finanzsektor. Obgleich die Wirtschaft kapitalistisch ausgerichtet ist, wird sie als Kommandowirtschaft bezeichnet. Innerhalb der Wirtschaft versuchen politische Machtzentren die Wirtschaft zu steuern, infolgedessen hat sich die Korruption enorm ausgebreitet. Iran liegt laut Transparency International auf Platz 146 unter 178 Staaten des Korruptionsindexes. Es gibt weder Arbeitgeber- noch Arbeitnehmerorganisationen. Seit dem ersten Golfkrieg 1980 – 1988 zwischen Iran und Irak ist das Land durch die Kriegswirtschaft geprägt. Es werden Billiglohnarbeiter aus Afghanistan und auch Kinderarbeiter beschäftigt, die starken Repressionen ausgesetzt sind.
Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2010 geschätzt ca. 411 Milliarden US-Dollar bei 74 Millionen Einwohnern (Vergleich Deutschland: 3.667 Milliarden US-Dollar bei 81,7 Millionen Einwohnern). Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Öl- und Gasindustrie, die petrochemische Industrie, die Landwirtschaft, Metall- und Kfz-Industrie. Die iranische Inflation liegt bei etwa 30 Prozent (offiziell: 10,8 Prozent), die Arbeitslosenrate offiziell 13,2 Prozent, bei den 15- bis 29-Jährigen offiziell bei etwa 30 Prozent. Die binnenwirtschaftlichen Ziele Irans bestehen in der Eindämmung der Korruption sowie der Senkung der Inflation und der Arbeitslosigkeit. Erreicht werden soll dies mit der Stärkung des einheimischen privaten Sektors sowie der Verbesserung ausländischer Investitionen, wozu ein Investitionsschutzgesetz und eine Steuerreform erlassen sowie die Wechselkurse vereinheitlicht wurden. Allerdings ist das Geschäftsklima seit Sommer 2010 durch Sanktionen belastet, die durch die iranische Atompolitik ausgelöst worden waren.
Außenwirtschaft
Iran verfügt durch seine starke Ölproduktion über Leistungs- und Zahlungsbilanzüberschüsse. Gegenwärtig versucht der Staat durch Implementierung einer Mehrwertsteuer seine Einnahmen zu diversifizieren, zudem wurde im Dezember 2010 mit der Umsetzung eines Gesetzes zur De-Subventionierung begonnen. Etwa 80 Prozent der iranischen Bevölkerung erhalten staatliche Leistungen (ca. 42,- US-Dollar monatlich), die größtenteils aus den Exporterlösen des Erdöls stammen. Benzin wird subventioniert, durch veraltete Raffinerien muss es das Land importieren. Eins der wichtigsten Ziele besteht in der Entzerrung der Subventionierung des Binnenmarktes durch die Außenhandelsüberschüsse, was aber politisch schwer durchsetzbar ist. Im Außenhandel ist der Iran stark mit China, Indien, Japan, Südkorea und der Türkei verbunden.
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